Wenn aus Schulbüchern plötzlich Schuhe werden
5/9/20261 min read


So ein Aufsteller, wie man ihn vor Buchläden findet, ist doch interessant. Die Botschaft ist klar: „Schulbuchbestellung“ – die Zeit im Jahr, in der Eltern über ihren Kontoauszügen weinen.
Nur: Auf dem Schild steht nicht Schulbuchbestellung. Da steht: „Schuhlbuchbestellung“.
Das Tolle an Tippfehlern im Deutschen ist: Sie sind selten nur „falsch“. Sie sind oft bedeutungsproduktiv.
Ein Buchstabe verändert die komplette Szenerie:
Schulbuch: Bildung, Pflicht, Lesebändchen, Elternstress
Schuhlbuch: klingt nach Schuh, nach Laufen, nach Lederpflege – nach einem ganz anderen Lehrplan
Plötzlich entsteht ein neues Wort, das keiner bestellt hat – aber viele gern lesen würden. Das ist Sprachmagie. Aus Versehen.
Solche Schilder sind kleine Alltagsbeweise dafür, dass Sprache lebt – und manchmal halt kurz stolpert. Und mal ehrlich: Wenn ein Schild „Schuhlbuchbestellung“ ankündigt, dann ist das wenigstens ein Moment, in dem man lächelt, statt nur „Schon wieder 79,90 € fürs Arbeitsheft?!“ zu murmeln.
Sprache ist eben nicht nur Regelwerk. Sie ist auch:
Missverständnisgenerator
Kreativwerkstatt
unfreiwillige Comedy-Abteilung des Alltags
Natürlich: Gerade bei offiziellen Aushängen sollte man einmal kurz drüberschauen, bevor man die Öffentlichkeit damit beglückt.
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